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Dankbarkeit, Zuversicht und mentale Stärke als Fotografin in Corona-Zeiten


Jill Abanico im Home-Fotostudio
In meinem Homestudio

Bevor der ganze Wahnsinn mit Corona angefangen hat, war ich voller Elan, Motivation und Zuversicht, dass ich mit meiner Fotografie alles Schritt für Schritt weiter aufbauen kann. Ich hatte schon einen Kundenstamm in der Eventbranche und habe nebenbei auch einen Job als journalistische Fotografin bekommen.


Dann kam die Pandemie, und für mich ist Stück für Stück das Fundament, was ich aufgebaut hatte, weggebrochen. Anfangs habe ich mich noch recht sicher gefühlt, weil ich trotz der Einschränkungen noch hier und da weiter arbeiten durfte. Aber auch bei mir blieben die Verschiebungen und Absagen nicht aus. Das Resultat waren für mich am Ende Ratlosigkeit und Angstzustände. Wie soll ich meine Rechnungen bezahlen? Wie kann ich neue Aufträge an Land ziehen?


Corona hat wie durch einen Lupeneffekt alles verstärkt und ans Licht gebracht, was bereits in uns war - so viel zu Klopapier, Corona-Demos und Hefenot - was war da eigentlich los? Aber Dinge, die mein Durchhaltevermögen in dieser Zeit aufgebaut und gestärkt haben, waren tägliche Meditation, meine Morgenroutine, Selbstreflektion und der regelmäßige Austausch mit meinem Mann und meinen Kolleginnen, die mich immer wieder motiviert haben. Diese Zeit war eine Achterbahnfahrt der Gefühle - Dankbarkeit war jedoch eines der Gefühle, die ich tatsächlich stärker denn je verspürt habe.


Nachdem ich das ganze Chaos in mir und um mich herum sortiert habe, habe ich mich laufend damit beschäftigt, wie ich meine Probleme selbst lösen kann. Ich habe mir immer wieder vor Augen geführt, was denn das Schlimmste wäre, was mir passieren könnte und das ist glücklicherweise niemals eingetreten. Letztendlich auch, weil ich mich auf die Dinge fokussiert habe, die wirklich zählen und die mir Freude bringen.


Glücklicherweise waren die Bedingungen in meiner Selbstständigkeit so gegeben, dass ich auf die erste Corona-Hilfe Anspruch nehmen konnte. Dies war ebenfalls einer der Momente, in denen ich enorme Dankbarkeit verspürt habe. Mit dieser finanziellen Unterstützung konnte ich die Zeit nutzen, um mich in der Portraitfotografie weiterzubilden, meine Fähigkeiten in Licht und Retusche weiter auszubauen und weiter in mein Business zu investieren und mir ein Homestudio einrichten.


Äußere unangenehme Umstände zwingen niemanden dazu, sich zu verändern. Man entscheidet sich entweder dafür, sich in seinen Problemen zu suhlen oder aktiv selbstverantwortlich nach Lösungen zu suchen. Für mich war nur letzteres eine Option, denn ich genieße das Gefühl von Unabhängigkeit, welches man in der Selbstständigkeit erfährt. Ich liebe es einfach von ganzem Herzen Geschichten in Bildern zu erzählen! Dafür habe ich zu lange in einem Job gearbeitet, der mich unglücklich gemacht hat und war viel zu lange unzufrieden mit meinem Leben, als dass ich das jetzt aufgrund der Umstände aufgeben wollen würde. Man sagt ja, dass man sich nur außerhalb seiner Komfortzone weiterentwickeln kann und diesmal wurden viele von uns dort heraus gedrängt.


Der zweite Lockdown war offensichtlich nicht leichter. Ich habe mich mittlerweile wie viele von uns zwar an die Situation gewöhnt, aber dennoch habe ich weiterhin nicht ansatzweise so viele Jobs und Aufträge wie vor der Pandemie. Jedoch bin ich durch mentales, regelmäßiges Training zuversichtlicher denn je, dass ich es schaffen werde, mein Business so aufrecht zu erhalten, voranzutreiben und auszubauen, dass es aus der ganzen Nummer deutlich stärker herauskommt. Haltet durch, passt auf euch auf und bleibt gesund!


Jill